Alternativen, die man kennen sollte
27.06.2024

Alternativen, die man kennen sollte

Um möglichst klimaschonend unterwegs zu sein, gibt’s die unterschiedlichsten Varianten und Technologien. Eine spannende Sonderausstellung zum Thema «Alternative Antriebssysteme & E-Mobilität» zeigt aktuelle Trends, die bald auch den Werkstattalltag bestimmen dürften.

Mit der Sonderausstellung «Alternative Antriebssysteme & E-Mobilität» zeigt Derendinger in Bern auf, wie die Reise in Richtung Netto-Null verlaufen könnte. Foto: AGVS-Medien

Auf dem Weg zu den ambitionierten Zielen der Politik betreffend CO2-Neutralität gibt’s im Mobilitätsbereich verschiedene Antriebsoptionen. Und seit kurzem spricht sogar EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen davon, dass man das sogenannte Verbrenner-Aus ab 2035 vielleicht nochmals überprüfen müsste. Denn nicht nur Stromer, sondern auch Hybrid-Modelle, Brennstoffzellen-/Wasserstoff-Fahrzeuge oder eben sogenannte E-Fuels aus nachhaltiger Produktion könnten clevere Alternativen für die Zukunft liefern – je nach Energiebedingungen und Kundenanwendungen. Diese Vielfalt an Alternativen fährt früher oder später in den Garagen vor. Was Werkstätten dabei alles wissen oder beachten sollten, offenbart an der SAS 2024 die Sonderausstellung «Alternative Antriebssysteme & E-Mobilität».

Eine Option, um Güter möglichst klimaschonend von A nach B zu bringen, sind beispielsweise Wasserstoff-LKW. In der Schweiz gibt es dank des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz, der sich mit weiteren Unternehmen aktiv für den Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Tankstellennetzes einsetzt, bereits 17 Tankstellen, zwei weitere sind in Planung, und rund 50 Wasserstoff-Trucks von Hyundai kurven über unsere Strassen. Die Koreaner sind längst nicht mehr die einzigen, die für die Verkehrs- und Klimawende auf die Brennstoffzellen- oder Wasserstoffmotoren setzen. Denso, ein führender Hersteller von OE-Komponenten und -Systemen aus Japan, sieht ebenfalls grosses Potenzial und kooperiert mit Toyota, Hino, Isuzu und CJPT bei der Erforschung von Wasserstoffmotoren für schwere Nutzfahrzeuge.

Noch dieses Jahr will der Bund eine Wasserstoff-Strategie vorstellen, das dürfte auch der H2-Mobilität hierzulande zusätzlichen Schub verleihen. Foto: AGVS-Medien

Es gibt auch einfachere Lösungen, wie etwa die sogenannten E-Achsen – auch für LKW. Diese brauchen nicht einmal viel mehr Platz als eine konventionelle Achse, liefern aber klar mehr Drehmoment und Leistung. Die 4in1-Elektroachsen von Schaeffler warten zudem mit integrierter Wärmemanagementlösung auf. Motor, Getriebe, Leistungselektronik und Wärmemanagement sind in einer einzigen, optimierten Einheit untergebracht. Eine 4in1-Elektroachse spart bei einem kompakten E-Auto mit 75-kWh-Batterie rund 1 kWh Strom pro 100 km. Das bedeutet rund sieben Prozent mehr Reichweite – echt clever!

Altbekannt und doch wieder ganz neu gedacht: die 48-Volt-Elektrifizierung. Die beispielsweise von Valeo angebotene Mild-Hybridisierung eignet sich für fast alle Fahrzeugtypen und bietet im Vergleich zum 12-Volt-Hybridsystem erhebliche Vorteile. Die 48-Volt-Technologie kann als Drehmomentunterstützung eingesetzt werden oder durch regeneratives Bremsen Energie in der Batterie speichern, diese über einen Wandler ins Bordnetz abgeben und damit Autoradios, Scheibenwischer, etc. antreiben. Dank der vereinfachten Architektur kann das 48V-System sogar rein elektrisch betrieben werden und sorgt für eine CO2-Reduktion zu erschwinglichen Kosten. Die ursprünglich für Hybridfahrzeuge entwickelte Technologie lässt sich ausserdem für weitere Mobilitätsanwendungen nutzen und treibt u.a. den kleinen E-Flitzer Citroën Ami an.

Mobile, leistungsstarke Diagnosegeräte erleichtern den Arbeitsalltag auch bei den immer komplexeren, alternativen Antrieben sichtlich. Foto: Hella Gutmann/Schaeffler

Klar teurer als die Mild-Hybridisierung sind natürlich Hochvolt-Batterien als Herzstück von reinelektrischen Fahrzeugen. Diese Kraftpakete aus teils über 100 Zellen sind oft im Unterboden verbaut und nicht einfach austauschbar. Daher werden für Garagisten, Flottenbetreiber oder Versicherungen Kenntnisse zum Gesundheitszustand, dem sogenannten «State of Health» oder kurz SoH, immer wichtiger. Mit der Batteriediagnose «Basic» und der zertifizierten Batteriediagnose «Pro» liefert hier Hella Gutmann zwei gute Lösungen. Mit den Mega-Macs-Diagnosegeräten ab Software-Version 67 kann man in wenigen Minuten im Rahmen der Funktion Parameter eine Sammelabfrage durchführen und mehr zum Gesundheitszustand einer Batterie und somit der Reichweite, die ein gebrauchtes E-Auto noch erreichen kann, erfahren.

Die Reichweite ist jedoch nicht mehr die einzige Währung bei E-Autos, sie werden auch immer leistungsstärker und sportlicher. Das stellt ganz andere Ansprüche an Kühl- und Schmiermittel. Das hat Castrol erkannt und lanciert dafür die ON-Produktreihe mit e-Getriebeöl, e-Kühlmittel und e-Schmierfett. Diese sind speziell für leistungsfähigere E-Autos ausgelegt, regulieren Temperaturen innerhalb der Batterie effizienter und vermeiden Temperaturspitzen: Dadurch wird schnelleres Laden möglich. E-Fahrzeuge erhalten so durch smartes, effizienteres Ladung schneller mehr Reichweite und sogar die Lebensdauer der Antriebssysteme wird verbessert.

Mehr zu diesen zukunftsträchtigen Themen entdecken Besucherinnen und Besucher während der Swiss Automotive Show am 30. und 31. August 2024 in Bern in der Sonderausstellung «Alternative Antriebssysteme & E-Mobilität».

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